BayernBahn BB 139 314-9 in Freilassing, am 22. Mai 2026.
DB-Baureihe 139
Die Elektrolokomotiven der DB-Baureihe 139 (bis 1968 als Baureihe E 40.11 bezeichnet) basieren konstruktiv auf den meistgebauten Einheitslokomotiven der Deutschen Bundesbahn, der Baureihe E 40 (später 140). Sie wurden speziell für den Betrieb auf anspruchsvollen Steilstrecken konzipiert.
Entstehung und Besonderheiten
Der wesentliche Unterschied zur Standardausführung der Baureihe 140 liegt in der Ausrüstung mit einer elektrischen Widerstandsbremse. Diese schützte die mechanischen Bremsen der Lokomotive und der Wagenzüge bei langen Talfahrten vor Überhitzung. Äußerlich ließen sich die Maschinen der Baureihe 139 unter anderem an zusätzlichen Lüftergittern im Dachbereich auf der rechten Lokseite erkennen, welche für die Kühlung der Bremswiderstände notwendig waren.
Zwischen 1959 und 1965 lieferte der Hersteller Krauss-Maffei insgesamt 31 Neubaufahrzeuge an die Deutsche Bundesbahn. In den 1990er-Jahren wuchs der Bestand nochmals an: Die Deutsche Bahn AG baute 18 Lokomotiven der Baureihe 110 zur Baureihe 139 um, indem sie diese mit den Drehgestellen ausgemusterter 140er-Maschinen kombinierte, um den gestiegenen Bedarf an steilstreckentauglichen Güterzuglokomotiven zu decken.
Einsatzgebiete
Über Jahrzehnte hinweg prägte die Baureihe 139 den Betrieb auf markanten deutschen Mittelgebirgsstrecken. Zu ihren Stammstrecken gehörten:
- Die Höllentalbahn und die Dreiseenbahn im Schwarzwald
- Die Erkrather Steige (Düsseldorf–Wuppertal)
- Die Spessartrampe
Auf der Höllentalbahn bildeten sie bis in die 1990er-Jahre hinein das Rückgrat des Schienenverkehrs, wo sie im Personen- und Güterzugdienst sowie teilweise in Wendezugsteuerungen eingesetzt wurden. Später wurden die verbliebenen Maschinen in München zusammengezogen. Von dort aus übernahmen sie schwere Güterzugleistungen über den Brennerpass bis nach Österreich.
Verbleib der BR 139
Nach dem planmäßigen Ende des Einsatzes bei der Deutschen Bahn um das Jahr 2016 fanden viele der robusten Lokomotiven ein „zweites Leben“ im privaten Sektor. Aufgrund ihrer Zuverlässigkeit und der verbauten Steilstreckenbremse wurden etliche Exemplare von privaten Eisenbahnverkehrsunternehmen übernommen. Dort sind sie teils bis heute im Güterverkehr, im schweren Schiebedienst oder bei Überführungsfahrten anzutreffen. Einige Maschinen blieben zudem museal oder im Charterverkehr bei privaten Dienstleistern betriebsfähig erhalten.
Die DB-Baureihe 139 im Modell
Auf den Modellbahnanlagen ist die Baureihe 139 ebenfalls ein gern gesehener Gast, auch wenn sie im Schatten ihrer weitaus bekannteren und in riesigen Stückzahlen gebauten Schwester – der Baureihe 140 – steht. Da sich die beiden Baureihen optisch extrem ähnlich sehen, nutzen viele Hersteller die Konstruktion der 140er als Basis, um durch Detailänderungen und entsprechende Beschriftungen die steilstreckentaugliche Variante anzubieten.
Spur H0 (Maßstab 1:87)
In der Spurweite H0 ist die Auswahl für die Baureihe 139 am größten. Die Modelle spiegeln die verschiedenen Epochen des Vorbilds wider – vom chromoxidgrünen Ablieferungszustand bis hin zum modernen, privaten Güterverkehr:
- Roco: Der Hersteller hat hervorragend detaillierte Varianten der BR 139 im Programm. Neben den klassischen Modellen der Bundesbahn (Epoche IV) in Grün oder Ozeanblau-Elfenbein hat Roco auch moderne Versionen der privaten Lokomotion umgesetzt – unverkennbar im blauen oder rot-weißen „Zebra“-Design mit der typischen PluX22-Schnittstelle und Soundfunktionen.
- Märklin / Trix: Märklin brachte bereits in den 1970er-Jahren Modelle der damaligen E 40.11 bzw. BR 139 heraus (z. B. die grüne 139 315). Moderne Konstruktionen verfügen über LED-Beleuchtung, Klatte-Lüftergitter und Digitaldecoder. Für das Gleichstromsystem wird die Baureihe traditionell unter der Marke Trix vertrieben.
- Jouef: Auch der (damals) französische Hersteller baute in den 1970er- und 1980er-Jahren die BR 139 im Modell.
- Piko: Im Rahmen seines Expert-Programms nutzt Piko seine moderne Einheitslok-Plattform, um hochdetaillierte Varianten verschiedener Epochen anzubieten, die sich durch feine Gravuren und eine exakte Nachbildung der Dachausrüstung auszeichnen.
Spur TT (Maßstab 1:120)
In der Spur der Mitte ist die Auswahl im Vergleich zur omnipräsenten Baureihe 140 oder 110 etwas überschaubarer, aber präsent:
- Tillig: Der Marktführer im TT-Bereich hat die Baureihe 139 in verschiedenen Ausführungen für die Epoche V und VI (DB AG) realisiert. Die Modelle nutzen den bewährten Antrieb der Einheitslokomotiven und zeichnen sich durch eine präzise Bedruckung sowie fahrtrichtungsabhängigen Lichtwechsel aus.
Worauf man beim Modell achten sollte
Wenn Du ein Modell der Baureihe 139 suchst, lohnt sich ein genauer Blick auf die Gehäusedetails. Da die Lokomotiven im Laufe ihres langen Dienstlebens unzählige Umbauten erlebten, unterscheiden sich die Modelle stark:
- Lüfter und Fenster: Ältere Ausführungen besitzen oft noch umlaufende Regenrinnen und Schweiger-Lüftungsgitter. Spätere Epochen zeigen modernere Klatte-Lüfter und gummigefasste Fenster.
- Dachbereich: Ein stimmiges Modell der Baureihe 139 sollte die zusätzlichen Dachaufbauten für die elektrische Widerstandsbremse aufweisen, die sie optisch von der Standard-140 unterscheidet.
Auch in den kleineren Spurweiten N und Z ist die Baureihe 139 auf den Schienen zu finden. Aufgrund der filigranen Abmessungen ist die korrekte Nachbildung der feinen Dachdetails für die Widerstandsbremse hier eine besondere Herausforderung für die Konstrukteure.
Spur N (Maßstab 1:160)
In der Spur N gibt es eine solide Auswahl, die vor allem von den bekannten Großserienherstellern bedient wird:
- Fleischmann: Der Hersteller hat die Baureihe 139 über die Jahre in verschiedenen Epochen aufgelegt. Sehr bekannt sind die ozeanblau-elfenbeinfarbene Version der Epoche IV und moderne verkehrsrote Varianten der DB AG (Epoche V/VI). Die neueren Auflagen verfügen über eine zeitgemäße Next18-Digitalschnittstelle und LED-Beleuchtung. Fleischmann nutzt hierbei seine bewährte Plattform der Baureihe 140, setzt aber die Beschriftung und die Dachaufbauten entsprechend um.
- Minitrix: Auch unter der N-Marke von Märklin wurden Modelle der Baureihe 139 realisiert. Ein markantes Beispiel ist die verkehrsrote Ausführung mit Klatte-Lüftern und eckigen Gehäusekanten, die den Zustand der späten Bundesbahn- und frühen DB AG-Jahre widerspiegelt. Die Modelle gelten als sehr robust und zugkräftig.
- Hobbytrain: Der Hersteller hatte in der Vergangenheit ebenfalls Varianten der E 40.11 bzw. 139 im Programm, oft in der klassischen chromoxidgrünen Farbgebung der Epoche III und IV.
Spur Z (Maßstab 1:220)
In der kleinsten serienmäßigen Spurweite ist das Angebot naturgemäß am stärksten fokussiert:
- Märklin: Als System-Urvater der Spur Z bietet Märklin die Einheitslokomotiven in verschiedenen Varianten an. Während die Standard-E 40 / BR 140 sowie die Bügelfalten-110er häufiger vertreten sind, taucht die Baureihe 139 seltener als eigenständige Neuheit im Katalog auf. Es gab sie jedoch im Rahmen von Zugpackungen oder Sonderserien (beispielsweise in der klassischen grünen Lackierung mit korrekter Baureihen-Bedruckung). Bei Modellen älterer Produktionsjahre sollte man vor dem Digitaleinsatz beachten, dass Spur-Z-Modelle standardmäßig für den analogen Gleichstrombetrieb ausgelegt sind und ein Digitalumbau viel Fingerspitzengefühl erfordert.
Such-Tipp für den Gebrauchtkauf
Da die Baureihe 139 in N und Z nicht permanent im aktuellen Sortiment der Hersteller zu finden ist, läuft die Beschaffung oft über den Zweitmarkt. Achte beim Kauf von älteren Arnold- oder Minitrix-Modellen darauf, ob das Dach segmentiert die Bremswiderstände zeigt oder ob es sich lediglich um eine umbeschriftete Standard-140 handelt – manche ältere Serien nahmen es mit der absoluten Vorbildtreue im Dachbereich nicht ganz so genau.
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