TR 400 "Frecciarossa 1000" am Bahnhof Venedig, im Juli 2026.
Der Bahnhof Venezia Santa Lucia bildet den zentralen Schienenknotenpunkt und den einzigen Eisenbahn-Zugang zur historischen Altstadt von Venedig. Wer hier aus dem Zug steigt, verlässt das europäische Schienennetz nicht an einem gewöhnlichen Peripheriebahnhof, sondern unmittelbar am nordwestlichen Kopf des Canal Grande.
Geschichte und Architektur
Die eisenbahntechnische Erschließung der Lagune begann am 11. Januar 1846 mit der Fertigstellung der über 3,5 Kilometer langen Eisenbahnbrücke (Ponte della Libertà), die Venedig mit dem Festland bei Mestre verband. Um Raum für eine adäquate Endstation zu schaffen, mussten in den 1860er-Jahren das historische Klosterviertel sowie die namensgebende Kirche Santa Lucia weichen.
Das heutige Empfangsgebäude ist ein markantes Zeugnis der italienischen Moderne beziehungsweise des Rationalismus. Die Entwürfe gehen auf den Architekten Angiolo Mazzoni zurück und wurden nach einem Wettbewerb im Jahr 1934 gemeinsam mit Virgilio Vallot überarbeitet. Durch die Kriegsjahre verzögert, erfolgte die endgültige Fertigstellung des Bauwerks 1952 unter der Leitung von Paolo Perilli. Die schlichte, horizontale Kalksteinfassade fügt sich überraschend harmonisch in das Wasserstadtbild ein und bildet einen bewussten Kontrast zu den barocken und gotischen Palazzi der Umgebung.
Betriebliche Einordnung und Bedeutung
Als klassischer Kopfbahnhof verfügt Venezia Santa Lucia über 14 Bahnsteiggleise. Die Anlage bewältigt täglich ein hohes Aufkommen im Fern- und Regionalverkehr. Neben den Hochgeschwindigkeitszügen der Trenitalia (Frecciarossa) und NTV (Italo) bedienen international agierende EVUs wie die ÖBB (u. a. Railjet und Nightjet) sowie grenzüberschreitende Eurocity-Verbindungen den Bahnhof.
Faszination FS: Italienische Modellbahnen und ihre Hersteller
Der Eisenbahnverkehr südlich der Alpen übt seit jeher eine ganz eigene Faszination auf Modellbahner aus. Die charakteristische Formgebung der italienischen Staatsbahn (FS) – von den legendären E-Loks der Reihe FS E.656 „Caimano“ bis hin zum modernen Hochgeschwindigkeitszug Frecciarossa – hat im Maßstab 1:87 eine treue Anhängerschaft gewonnen.
Von der Spielbahn zur High-End-Detaillierung
Die Geschichte italienischer Modellbahnmarken ist eng mit dem Wandel der gesamten Branche verknüpft:
- LIMA: Der Hersteller aus Vicenza machte ab den 1950er-Jahren elektrische Modellbahnen durch günstige Kunststofffertigung massentauglich. Später entwickelte sich LIMA zu einem geschätzten Anbieter detailreicher Modelle, ehe die Marke unter das Dach der Hornby-Gruppe wanderte.
- Rivarossi: Gegründet 1945 in Como, galt Rivarossi über Jahrzehnte als der Premiumpionier Italiens. Das Unternehmen setzte früh Maßstäbe in der Detaillierung und bei maßstäblichen Gehäusen.
- A.C.M.E.: Der Mailänder Hersteller steht heute für hochpräzise, kompromisslose Nachbildungen moderner und historischer FS-Fahrzeuge sowie internationaler Fernzüge.
- Vitrains: Eine Gründung ehemaliger LIMA-Mitarbeiter, die sich besonders auf detaillierte Nahverkehrszüge und Triebwagen spezialisiert hat.
Ob Klassiker der Epoche IV oder moderner Schnellverkehr: Italienische Hersteller prägen bis heute das Gesicht der europäischen H0-Landschaft.
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