Mit der Entwicklung der TRAXX 3-Plattform führte der Hersteller Bombardier Transportation (heute Alstom) ab dem Jahr 2011 die dritte Generation seiner erfolgreichen Lokomotivfamilie ein.
Als direkte Weiterentwicklung der bewährten Vorgängerbaureihen 185 und 186 wurde diese Generation konzipiert, um den gestiegenen Anforderungen an Flexibilität, Interoperabilität und Energieeffizienz im europäischen Schienengüterverkehr gerecht zu werden.
Technische Varianten und das Last-Mile-Konzept
Die TRAXX 3-Plattform basiert auf einem modularen Konzept, das verschiedene länderspezifische Konfigurationen ermöglicht. Die wichtigsten Vertreter auf mitteleuropäischen Schienen sind:
- Baureihe 187 (TRAXX AC3): Eine reine Wechselstromlokomotive für das 15-kV- und 25-kV-Netz, wie sie unter anderem flächendeckend bei DB Cargo und verschiedenen Leasinggesellschaften im Einsatz ist.
- Baureihe 188 (TRAXX MS3): Die technologisch anspruchsvollere Mehrsystemlokomotive, die zusätzlich unter den Gleichstromsystemen (1,5 kV und 3 kV) betrieben werden kann und damit das Rückgrat für den echten, grenzüberschreitenden Korridorverkehr durch Europa bildet.
Das markanteste Innovationsmerkmal dieser Generation ist das optionale Last-Mile-Paket. Ein integrierter Hilfsdieselmotor (180 kW) samt Batterie ermöglicht es den Elektrolokomotiven, kurze, nicht elektrifizierte Abschnitte wie Hafenbahnen oder Werksanschlüsse ohne Lokwechsel zu befahren. Das steigert die Wirtschaftlichkeit im Gütertransport erheblich. Die Dauerleistung im elektrischen Betrieb beträgt bei beiden Varianten 5.600 kW, die Höchstgeschwindigkeit liegt je nach Zulassung bei 140 km/h oder 160 km/h.
Konstruktive Merkmale und Design
Optisch unterscheidet sich die TRAXX 3 deutlich von den früheren Generationen. Die Frontpartie wurde zur Erhöhung der Crashsicherheit und aus aerodynamischen Gründen vollständig neu gestaltet, was den Loks ihr charakteristisches, markantes Gesicht verleiht.
Ein weiteres äußeres Merkmal sind die vollkommen glatten Seitenwände. Diese sind ab Werk häufig mit sogenannten „Flex-Panels“ ausgestattet – einer straff gespannten Plane, die es Betreibern und Leasingfirmen erlaubt, Werbebotschaften oder Firmenlogos flexibel und ohne aufwendige Neulackierung zu wechseln.
Einsatzspektrum
Ob im Corporate Design großer Staatsbahnen oder im vielfältigen Erscheinungsbild von Leasinggesellschaften wie Railpool oder Akiem: Die TRAXX 3-Plattform hat sich als extrem vielseitiges und zuverlässiges Werkzeug im modernen Güterverkehr etabliert und führt die Tradition der Vorgängerbaureihen erfolgreich fort.
Technische Daten im Überblick:
- Hersteller: Bombardier Transportation (jetzt Alstom)
- Achsformel: Bo'Bo'
- Leistung: 5.600 kW (Elektrobetrieb)
- Varianten: AC3 (BR 187 / Wechselstrom), MS3 (BR 188 / Mehrsystem), DC3 (Gleichstrom)
- Innovationsmerkmal: Optionaler Last-Mile-Dieselmotor
Die TRAXX 3-Generation im Modell: Moderne Vielfalt für die Spurweiten
Die markante Optik und die enorme Variantenvielfalt der TRAXX 3-Plattform haben dafür gesorgt, dass die Lokomotiven (insbesondere die Baureihen 187, 188 sowie die Personenverkehrs-Variante 147) rasant Einzug auf die Modellbahnanlagen aller gängigen Spurweiten gehalten haben. Die Hersteller bilden dabei die feinen Unterschiede – wie das Vorhandensein des Last-Mile-Dachaufbaus oder die Sickenstruktur der glatten Seitenwände – präzise ab.
Spur H0 (Maßstab 1:87): Das Epizentrum der Varianten
In der Königspur H0 buhlen gleich mehrere namhafte Hersteller um die Gunst der Modellbahner, wodurch eine beeindruckende Auswahl an Bedruckungsvarianten (DB Cargo, Railpool, LTE, Captrain etc.) zur Verfügung steht:
- PIKO: Der Sonneberger Hersteller hat die TRAXX 3 sehr früh als formschönes Modell in sein Sortiment aufgenommen. Die Loks überzeugen mit einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis, soliden Flugeigenschaften dank Kardanantrieb und modernen PluX22-Digitalschnittstellen. Auch die tschechische Schwester CD Cargo (Baureihe 388) wird hier vorbildgerecht umgesetzt.
- Märklin / Trix: Die Göppinger setzen auf eine robuste Metallausführung. Ausgestattet mit mfx- beziehungsweise DCC-Decodern und umfangreichen Soundfunktionen, sind hier sowohl die Güterzugloks (BR 187) als auch die im IC2-Dienst stehenden Fernverkehrsloks der Baureihe 147.5 im Programm.
- BRAWA: Wer das Maximum an Detaillierung sucht, greift zur "Digital EXTRA"-Ausführung von Brawa. Hier glänzen die Loks mit filigranen, einzeln angesetzten Griffstangen, geätzten Trittblechen, einer separat schaltbaren Führerstands- und Zugzielbeleuchtung sowie einer exzellenten Wiedergabe der charakteristischen Frontpartie.
Spur TT (Maßstab 1:120): PIKO als Taktgeber
Für die Spur der Mitte hat sich vor allem PIKO als treibende Kraft erwiesen. Die TT-Modelle der Baureihe 187 (und der Mehrsystem-Schwester BR 388 der CD) orientieren sich konstruktiv eng an den erfolgreichen H0-Konstruktionen. Sie bringen die feinen Gravuren der Lüftergitter und die charakteristischen Flex-Panel-Seitenwände perfekt auf das kleinere Gleis.
Spur N (Maßstab 1:160): Fleischmann übernimmt das Feld
Im Miniatur-Maßstab 1:160 hat Fleischmann die TRAXX 3-Plattform fest im Griff. Mit einer gelungenen Neukonstruktion der Baureihe 187 (z. B. im verkehrsroten Kleid der DB AG oder in Ausführungen privater EVU) glänzen die Modelle trotz ihrer geringen Größe:
- Technik: Ein 5-poliger Motor mit Schwungmasse sorgt für seidenweiche Langsamfahreigenschaften.
- Digital: Ab Werk sind viele Varianten bereits mit Next18-Schnittstelle und vorbildgerechtem Digitalsound (inklusive dem typischen Wechselspiel aus Elektro- und Hilfsdieselsound) erhältlich.
Modellbahn-Tipp für Sammler: Achte beim Kauf genau auf die Seitenwände! Einige Modelle bilden die glatte Wand inklusive der Haltestreben für die Werbe-Planen (Flex-Panels) ab, während andere Varianten die komplett glatte, gespannte Plane nachbilden.
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