Zweck und Funktion
Damit der Schotteroberbau seine Stabilität behält und das Regenwasser ungehindert abfließen kann, muss der Gleiskörper frei von Bewuchs gehalten werden. Pflanzenwurzeln lagern Humus an, verstopfen die Schotterlücken und führen langfristig zu Gleissetzungen. Der Unkrautvernichtungszug sorgt im Rahmen der Instandhaltung dafür, dass der Bewuchs im Gleisbett gezielt eingedämmt wird.
Aufbau des Zugverbandes
Ein solcher Spritzzug setzt sich aus mehreren spezialisierten Wagen und Lokomotiven zusammen:
- Triebfahrzeuge: Häufig kommen an beiden Zugenden Diesellokomotiven der DB-Baureihe 218 oder der ehemaligen DR-Baureihe V 100 zum Einsatz (wie auf meinen Fotos zu sehen). Die Bespannung an beiden Enden erleichtert den Richtungswechsel auf Nebenstrecken und Bahnhöfen.
- Spritzwagen: Das Herzstück des Zuges enthält die Dosier- und Sprüheinrichtungen sowie die Bedienplätze für das Fachpersonal.
- Wasser- und Kesselwagen: Sie führen das benötigte Anmischwasser und die Wirkstoffe in großen Tankbehältern mit.
- Mannschafts- und Aufenthaltswagen: Umgebaute Personenwagen dienen der Besatzung als Wohn-, Aufenthalts- und Arbeitsraum während der mehrtägigen Einsätze.
Einsatz und moderne Alternativen
Die Züge sind meist im Frühjahr und Sommer im gesamten Streckennetz unterwegs. Während früher großflächig chemische Herbizide gespritzt wurden, kommen heute moderne Sensortechniken zum Einsatz. Optische Sensoren erkennen den Bewuchs im Gleis punktgenau, sodass Wirkstoffe nur noch exakt dort ausgebringt werden, wo sich tatsächlich Pflanzen befinden. Zunehmend wird auch mit alternativen Methoden wie Heißwasser oder Pelletverfahren experimentiert.
Aufgrund seiner Funktion, der Pflanzenwelt im Gleis den Garaus zu machen, hat sich der Spitzname „Blümchentod“ – in Anlehnung an Scherz-Bezeichnungen wie „DB Floristik“ – fest in der Eisenbahnsprache etabliert.


