Technische Innovation: Die Gasturbine
Das markanteste Merkmal der V 169 war ihr Antriebskonzept. Da ein einzelner Dieselmotor damals nicht genügend Leistung für die elektrische Zugheizung und den schweren Streckendienst lieferte, verbaute man zusätzlich zum 2.150 PS starken Maybach-Dieselmotor eine LM100-Gasturbine von General Electric. Diese leistete zusätzliche 900 PS und diente als Booster bei hoher Last.
Einsatz und Besonderheiten
- Erprobung: Die Lokomotive bewies im Allgäu (Bw Kempten), dass die Kombination aus Diesel und Turbine steile Rampen deutlich effizienter bewältigen konnte.
- Stromversorgung: Sie war die erste Lok der V-160-Familie mit einer elektrischen Zugheizung, die über einen Generator gespeist wurde.
- Einzelgänger: Obwohl die Erprobung erfolgreich war, entschied sich die Bundesbahn bei der späteren Baureihe 210 für eine stärkere Gasturbine (Avco Lycoming).
Verbleib der 219 001
Nach einem Turbinenschaden im Jahr 1974 wurde das Aggregat ausgebaut und die Lok fortan nur noch mit dem auf 1.900 PS gedrosselten Dieselmotor betrieben. 1978 schied sie aus dem Dienst der DB aus. Nach Stationen in Italien kehrte sie im Jahr 1998 nach Deutschland zurück.
Aktueller Status: Die V 169 001 zurück im Einsatz
Die V 169 001 ist heute eine der spektakulärsten aktiven Museumslokomotiven Deutschlands.
Privates Engagement und Reaktivierung
Im Jahr 2021 erfüllte sich der selbstständige Lokführer Roland Sandkuhl einen Lebenstraum und erwarb die Lokomotive. Nach einer umfassenden Aufarbeitung und einer erfolgreichen Hauptuntersuchung (HU) im Werk Brieske im September 2022 ist das Einzelstück wieder voll betriebsfähig. Die Lok wird heute über das Unternehmen LokRapid (Sitz in Oldenburg) vermarktet und im regulären Güterverkehr sowie für Überführungsfahrten eingesetzt.
Optik und heutiges Einsatzgebiet
Die Maschine wurde äußerlich in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Sie trägt das klassische Purpurrot der Epoche III/IV und ist mit den ursprünglichen Nummern V 169 001 sowie 219 001-1 beschriftet.
Die Lok ist bundesweit im Einsatz und wird oft für spezielle Logistikaufgaben oder als Mietlokomotive für private Eisenbahnverkehrsunternehmen genutzt. In den letzten Jahren war sie regelmäßig in Bayern und Baden-Württemberg anzutreffen, teils sogar als Ersatz für moderne Maschinen oder bei Baustelleneinsätzen.
Meine Begegnung mit der DB V 169 001
Ich konnte die besondere Diesellokomotive am sonnigen 27. Februar 2026 in Freilassing fotografieren. Sie zog einen Rottenkraftwagen der DB Netz Instandsetzung des Herstellers ROBEL aus Freilassing.
Technischer Stand 2026
Auch wenn sie heute wieder Dienst tut, arbeitet sie ohne die namensgebende Gasturbine. Der verbliebene Dieselmotor (gedrosselt auf ca. 1.400 kW) reicht für viele aktuelle Aufgaben im Güterzugdienst vollkommen aus. Die Lokomotive gilt heute als eines der am besten gepflegten Exemplare der V-160-Familie.
Die 169 001 im Video
Im verlinkten YouTube-Video (Link unten) sieht man die Lokomotive nach ihrer Reaktivierung bei einer Fahrt durch Süddeutschland, was ihren aktuellen Status als aktive Maschine unterstreicht.
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