UIC-Nummer: 90 80 2019 323-5 D-ELP
02. Oktober 2026
4 Fotos
Dem Rätsel auf der Spur: Wie Du jede Lok auf Deinen Fotos identifizierst
Auf vielen Fotos von Lokomotiven und Wagen ist das Motiv nicht vollständig zu sehen oder Details sind verdeckt. Dennoch lässt sich das jeweilige Triebfahrzeug meist ohne großen Aufwand exakt identifizieren: Die UIC-Fahrzeugnummer am Rahmen liefert alle maßgeblichen Informationen.
Anhand dieser zwölfstelligen Standardbezeichnung werden Lokomotiven europaweit eindeutig zugeordnet. Die Nummernfolge verrät unter anderem die Bauart, das Halterland, die Baureihe und die individuelle Ordnungsnummer des Fahrzeugs. Ergänzt durch das internationale Halterkürzel wird die Beschriftung zu einem Schlüssel für die Dokumentation von Sichtungen und Modellbahn-Vorbildern.
Aufbau und Struktur der UIC-Nummer
Die Aufschlüsselung der einzelnen Blöcke folgt einem klaren System:
- Stellen 1 & 2 (Bauart des Fahrzeugs): Die ersten beiden Ziffern beschreiben den Fahrzeugtyp. So steht beispielsweise die Kombination „90“ für eine sechsachsige Lokomotive mit einer Höchstgeschwindigkeit von mindestens 100 km/h.
- Stellen 3 & 4 (Ländercode): Dieser Code definiert das Registerland, in dem das Fahrzeug zugelassen ist. Die „80“ kennzeichnet Deutschland, während etwa „81“ für Österreich und „85“ für die Schweiz steht.
- Stellen 5 bis 8 (Baureihe): Dieser Abschnitt bezeichnet den genauen Loktyp. In Deutschland wird hierbei häufig die nationale Baureihenbezeichnung wiedergegeben.
- Stellen 9 bis 11 (Ordnungsnummer): Die fortlaufende Nummerierung unterscheidet die einzelnen Loks einer Baureihe voneinander.
- Stelle 12 (Prüfziffer): Nach einem Bindestrich folgt die einstellig errechnete Prüfziffer zur Verifizierung der gesamten Nummernkette.
- VKM (Fahrzeughaltercode): Das anschließende Kürzel hinter dem Ländercode (wie etwa „D-ELP“ oder „D-DB“) benennt die Leasinggesellschaft oder das Eisenbahnverkehrsunternehmen.
Wer beim Fotografieren darauf achtet, dass die Beschriftung am Rahmen gut lesbar bleibt, kann selbst bei Teilaufnahmen oder farbenfrohen Verzierungen das Vorbild stets lückenlos bestimmen.
Beispiel 90 80 2019 323-5 D-ELP
- Baureihe / Typ: Stadler Eurodual (Baureihe 159 / 2019)
- Betriebsnummer: 2019 323-5
- Fahrzeugeigentümer / Halter: ELP (European Loc Pool)
- Ländercode: 80 (Deutschland)
- Bauart: Sechsachsige Bi-Mode-Lokomotive (Hybridlokomotive für Oberleitungs- und Dieselbetrieb)
Beispiel 91 80 7193 149-0 D-RAILL
- Baureihe / Typ: Siemens Vectron MS (Baureihe 193 / 7193)
- Betriebsnummer: 193 149-0 (bzw. 7193 149-0)
- Fahrzeugeigentümer / Halter: Railpool (D-RAILL)
- Ländercode: 80 (Deutschland)
- Bauartcode (91): Vierachsige Elektrolokomotive mit einer Höchstgeschwindigkeit von mindestens 100 km/h
Beispiel 92 81 2016 903-4 A-LTE
- Baureihe / Typ: Siemens ER20 (Eurorunner)
- Betriebsnummer: 2016 903-4
- Fahrzeugeigentümer / Halter: LTE Logistik- und Transport-GmbH (A-LTE)
- Ländercode: 81 (Österreich)
- Bauartcode (92): Diesellokomotive mit einer Höchstgeschwindigkeit von mindestens 100 km/h
Beispiel 94 81 7044 042-4 A-ÖBB
- Baureihe / Typ: ÖBB-Reihe 4044 bzw. 7044 (Mittel-/Zwischenwagen oder Endwagen der ÖBB-Triebwagenfamilie, z. B. Talent / Desiro ML)
- Betriebsnummer: 7044 042-4
- Fahrzeugeigentümer / Halter: ÖBB-Personenverkehr AG (A-ÖBB)
- Ländercode: 81 (Österreich)
- Bauartcode (94): Elektrischer Triebzug für den Personenverkehr (mit einer Höchstgeschwindigkeit von mindestens 100 km/h)
UIC-Nummerierung von Wagen
Güter- und Reisezugwagen nutzen zwar das gleiche Grundprinzip einer 12-stelligen Nummer sowie den Ländercode und den Haltercode (VKM), aber die Bedeutung der einzelnen Zahlenblöcke unterscheidet sich im Detail deutlich von Loks und Triebfahrzeugen.
Die Unterschiede im Aufbau
- Stellen 1 & 2 (Interoperabilität & Bauart): Bei Wagen geben die ersten zwei Ziffern Auskunft darüber, ob der Wagen im internationalen Verkehr eingesetzt werden darf (z. B. RIV/TEN) und ob es sich um einen Güter- oder Personenwagen handelt (z. B. kennzeichnen Nummern von 50 bis 89 in der Regel Reisezug- oder Güterwagen, während Loks meist mit 90 bis 99 beginnen).
- Stellen 3 & 4 (Ländercode): Bleiben identisch (z. B. 80 für Deutschland, 81 für Österreich).
- Stellen 5 bis 8 (Gattungsnummer / Bauart): Bei Güterwagen schlüsseln diese Stellen die genaue Bauart auf (z. B. Flachwagen, Kesselwagen, offener Güterwagen) inklusive technischer Merkmale wie Achszahl oder Ladelänge. Bei Reisezugwagen beschreiben sie die Sitzwagenklasse, Speisewagen, Gepäckwagen oder Heizsysteme.
- Stellen 9 bis 11 (Ordnungsnummer): Die fortlaufende Nummer innerhalb der jeweiligen Bauart.
- Stelle 12 (Prüfziffer): Wird nach demselben mathematischen Verfahren (Selbstprüfziffer/Mittelwertverfahren) berechnet wie bei Triebfahrzeugen.
Zusätzlich tragen Wagen neben der reinen Zahlenkolonne immer auch ein internationales Gattungszeichen in Buchstabenform (wie z. B. Eanos, Res oder Bpmz), das die wichtigsten Eigenschaften des Wagens auf einen Blick zusammenfasst.
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